Bodenmarkierung in der Urlaubs- und Freizeitregion Rheinhessen zur Sensibilisierung der Wegnutzung

Umfrage zu Nutzungskonflikten in Rheinhessen erfolgreich beendet

In der Urlaubs- und Freizeitregion Rheinhessen teilen sich Landwirtschaft, Weinbau, Forstwirtschaft sowie Radfahrer:innen und Spaziergänger:innen oft dieselben Wege. Diese intensive Nutzung führt je nach Saison und Situation zu typischen Konflikten.

Um ein besseres Miteinander auf den gemeinschaftlich genutzten Wegen zu schaffen, hat die Rheinhessen-Touristik GmbH in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachverbänden und mit Unterstützung von wer|denkt|was eine Online-Umfrage gestartet. Diese Befragung, die vom 5. Februar bis zum 15. März 2026 lief, ist nun erfolgreich abgeschlossen.

Bodenmarkierung in der Urlaubs- und Freizeitregion Rheinhessen zur Sensibilisierung der Wegnutzung
© Rheinhessen-Touristik GmbH

Praxisnahe Erfahrungen für ein besseres Miteinander

Ziel des Projekts war es, Erfahrungen aus der Praxis aus möglichst vielen Perspektiven zu sammeln. Die Teilnehmenden haben die Fragen als Landwirt:in, Winzer:in, Förster:in, Radfahrer:in oder Gassigänger:in beantwortet und aufgezeigt, wo, wann und in welchen Situationen Konflikte auftreten und welche konkreten Maßnahmen helfen, diese zu vermeiden. Die Ergebnisse dienen weiterführend als Grundlage für die Planung von unterschiedlichen Maßnahmen, etwa in Form gezielter Kommunikationsmaßnahmen sowie einer besseren Beschilderung, um Nutzungskonflikte künftig besser zu entschärfen.

Über 1.000 Teilnehmende bringen sich ein

Das Interesse die eigene Perspektive einzubringen war groß: Über 1.000 Personen nahmen an der Umfrage teil. Die Online-Befragung wurde im Rahmen des LEADER-Projekts zur Sensibilisierungsoffensive Rheinhessen durchgeführt.

Die wer denkt was GmbH begleitete den Prozess als Prozesspartner und übernahm die Konzeption der Online-Umfrage, die technische Umsetzung sowie die Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf der Auswertung der Wahrnehmung der professionellen Subgruppen der Wegenutzer:in, nämlich der landwirtschaftlich Beschäftigten und Winzer:innen, um die spezifischen Herausforderungen der Bewirtschaftung präzise zu erfassen.

Strukturelle Konflikte statt individueller Differenzen

Die Auswertung der Daten zeigt ein klares Bild: Konflikte auf den Wirtschaftswegen treten selten punktuell, sondern insbesondere an spezifischen Schnittstellen zwischen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, der Freizeitnutzung und der vorhandenen Infrastruktur auf. Während Landwirte oft durch Verschmutzungen in ihrer Arbeit behindert werden, sehen Freizeitnutzer:innen die Art der Bewirtschaftung – etwa durch Matsch oder den Einsatz von Pestiziden – als Einschränkung des Erholungswerts oder gar als Gefährdung.

Ein zentrales Ergebnis ist, dass eine reine „Verbotspolitik“ nicht gewünscht ist. Stattdessen fordern die Beteiligten eine transparente Kommunikation von gemeinsamen „Spielregeln“ und ein besseres gegenseitiges Verständnis.

Von der Umfrage zum Ergebnisworkshop

Nach Abschluss der Befragung übernahm die wer denkt was GmbH die Vorbereitung, Durchführung und Moderation des Ergebnisworkshops mit der Lenkungsgruppe für verträglichen Aktivtourismus. Hier wurden die Ergebnisse qualitativ validiert und rückgekoppelt sowie die weiteren Schritte geplant.

Die gewonnenen Erkenntnisse fließen nun direkt in die Sensibilisierungsoffensive Rheinhessen ein. Durch einen Mix aus optimierter Infrastruktur, klarer Kommunikation und praktikablen Regeln vor Ort wird die Region aktiv daran arbeiten, das Miteinander vor Ort nachhaltig zu verbessern.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Webseite der Rheinhessen-Touristik GmbH.