Wuppertal: über 900 Teilnehmende bei Befragung zum Parkraumkonzept

Wie wird künftig geparkt, geteilt und gestaltet? Mit dieser Frage hat sich die Stadt Wuppertal im Frühjahr 2026 intensiv beschäftigt. Als Teil der Erstellung eines Parkraumkonzepts für die Nordstadt und das Luisenviertel konnten Bürgerinnen und Bürger ihre Einschätzungen und Ideen einbringen. Vom 13. März bis zum 10. April 2026 nutzten 925 Menschen die Gelegenheit, online ihre Meinung zur Parkplatzsituation, zu geplanten Maßnahmen und zur künftigen Nutzung des öffentlichen Raums mitzuteilen. Die Online-Befragung wurde von der wer denkt was GmbH umgesetzt und fand über die städtische Beteiligungsplattform talbeteiligung.de/parkraumkonzept statt.

Ziel: Fundierte Grundlage für das Parkraummanagement

Mit dem neuen Parkraumkonzept möchte Wuppertal die Parkplatzsituation in Nordstadt und Luisenviertel analysieren, Handlungsfelder identifizieren und Maßnahmen für ein zukunftsfähiges Parken entwickeln. Die Umfrage bildet dabei eine wichtige Grundlage für die weitere Planung: Sie liefert wertvolle Daten darüber, welche Regeln, Konzepte und Nutzungsformen die Menschen in der Stadt bevorzugen.
Das Projekt hat Pilotcharakter – die gewonnenen Erfahrungen sollen auch als Vorlage für ein stadtweites Parkraummanagement dienen. Frühzeitig eingebunden wurden dabei nicht nur Anwohner:innen der Quartiere, sondern alle Wuppertaler:innen.

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© mobildenker GmbH

Beteiligung mit klarer Tendenz

Die Befragung zeigte: Viele Menschen wünschen sich neue Lösungen abseits der Straßen. 86,6 Prozent der Teilnehmenden befürworten den Bau zusätzlicher Parkhäuser oder Quartiersgaragen, um den öffentlichen Straßenraum zu entlasten. Auch das Bewohnerparken findet breite Zustimmung: 82,4 Prozent sprechen sich für exklusive Bereiche für Anwohnende aus; 85,1 Prozent unterstützen die Idee günstiger reservierter Plätze in Parkhäusern.
>Als besonders beliebt erwies sich die Nutzung privater Stellflächen: 91,7 Prozent möchten, dass Parkflächen auf Supermarkt- oder Unternehmensgrundstücken nachts von Anwohnenden genutzt werden können. Eine konsequentere Kontrolle von Parkverstößen findet mit 72,2 Prozent ebenfalls deutlichen Rückhalt.
>Kontrovers bleibt dagegen die Frage nach Parkgebühren: Nur 43,7 Prozent unterstützen flächendeckendes kostenpflichtiges Parken, während 51,3 Prozent dem eher oder ganz ablehnend gegenüberstehen.
Bei den Prioritäten im Straßenraum zeigte sich: 35,5 Prozent setzen Kfz-Parkplätze an erste Stelle – doch Begrünung folgt dicht dahinter. Mit 23,6 Prozent zählt sie zu den wichtigsten Anliegen und liegt bei der Gesamtbewertung der Straßenraumnutzung deutlich vorn.

Breite Beteiligung und aussagekräftige Daten

Mit 925 ausgefüllten Fragebögen liefert die Umfrage ein solides Abbild der Meinungsvielfalt in der Stadt. Rund 47 Prozent der Teilnehmenden waren weiblich, 48 Prozent männlich. Am stärksten vertreten war die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen (27,2 Prozent), gefolgt von den 50- bis 59-Jährigen (18 Prozent). Mehr als zwei Drittel der befragten Autofahrenden (67,3 Prozent) parken regelmäßig im öffentlichen Straßenraum. Fast 40 Prozent davon suchen dabei länger als 15 Minuten nach einem freien Platz.

Umsetzung durch wer denkt was

Die wer denkt was GmbH (Darmstadt) begleitete die Stadt Wuppertal als erfahrener Beteiligungsdienstleister und war für die Konzeption, technische Umsetzung und Auswertung der Online-Umfrage verantwortlich. Konkret überarbeitete das Team den Fragebogen methodisch, programmierte die Befragung auf Basis von LimeSurvey, integrierte sie technisch auf der Plattform talbeteiligung.de und lieferte der Stadt wöchentlich Rücklaufberichte. Nach Abschluss erfolgte der Export und die Aufbereitung der Datenmatrix für die weitere fachliche Auswertung.
Die inhaltliche Grundlage für den Fragebogen stammte vom Projektpartner mobildenker GmbH aus Leichlingen, der das Parkraumkonzept fachlich erarbeitet.

Wie geht es weiter?

Die Ergebnisse der Online-Beteiligung fließen direkt in die laufende Erstellung des Parkraumkonzepts für die Nordstadt und das Luisenviertel ein. Das Konzept dient künftig als Grundlage für politische Entscheidungen und als Wegweiser für Maßnahmen zur Parkraumbewirtschaftung in Wuppertal.
Als Pilotprojekt liefert es zugleich wichtige Impulse für das künftige, gesamtstädtische Parkraummanagement. Ausgerichtet auf das Ziel, Mobilität, Lebensqualität und Flächengestaltung in Wuppertal besser miteinander zu verbinden.