FACHKONFERENZ 2022: Vorträge & Diskussionsrunden

FACHVORTRÄGE

„Bürger- und Gesellschaftsbeteiligung in der Projektförderung – Rahmenbedingungen und Herausforderungen für Klimaschutzvorhaben“ – Dr. Kristin Nicolaus, Projektträger Jülich

Bürger*innen und andere gesellschaftliche Akteure an Planungen und Entscheidungsprozessen zu beteiligen ist nicht neu. Es gibt heute vielfältige Erfahrungen zu Methoden, Gestaltung und Ergebnisumsetzung von Beteiligungsverfahren. Immer wieder neu definiert wird jedoch der Anspruch, der an Beteiligungsverfahren und ihre Ergebnisse gestellt wird: Information verbreiten, Vertrauen schaffen, Akzeptanz gewinnen, demokratische Teilhabe ermöglichen, Selbstermächtigung bewirken oder gar Einvernehmen herstellen. Der Grund, einen Beteiligungsprozess ins Rollen zu bringen, ist meist geprägt von großen Veränderungswünschen, die das Lebensumfeld der Bürger*innen, die Interessenlagen organisierter Zivilgesellschaft oder Unternehmen betreffen. Vor diesem Hintergrund ist jede Form der Beteiligung von Herausforderungen und Spannungen begleitet. Gute Beteiligung braucht deshalb Unterstützung.
Im Vortrag erläutert Frau Nicolaus zunächst die Arbeit des Projektträgers, bevor sie auf Fördermöglichkeiten für kommunale Vorhaben in den Bereichen Mobilität und Klimaschutz eingeht. Nachfolgend richtet Frau Nicolaus den Blick auf Beteiligung innerhalb der Projektförderung. Sie gibt Beispiele aus dem Förderprogramm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ und skizziert den Blick des Fördermittelgebers auf Beteiligungsprozesse. Im Anschluss teilt Frau Nicolaus ihre Erfahrungen aus der Analyse von Beteiligungsprozessen und gibt Hinweise dazu, was grundsätzlich beachtet werden kann, wenn ein Beteiligungsprozess umgesetzt werden soll.

 

„Nachhaltige Mobilität und Klimaschutz gemeinsam mit Bürger*innen gestalten – Rückblick und Ausblick“ – Theresa Lotichius, wer denkt was GmbH

Um den Klimaschutz voranzutreiben und die städtische Mobilität nachhaltiger zu gestalten, haben zahlreiche Kommunen Klimaschutz- und Mobilitätskonzepte erarbeitet und setzen diese teilweise bereits erfolgreich um. Da eine nachhaltigere, inklusivere Gestaltung auch eine deutliche Veränderung der Nutzungs- und Verhaltensgewohnheiten der Bürgerinnen und Bürger bedeutet, ist solch ein Klima- und Mobilitätswandel nur Hand in Hand mit den Einwohnerinnen und Einwohnern einer Kommunen möglich. Viele Kommunen binden ihre Bürgerinnen und Bürger in Form von Bürgerbeteiligungsmaßnahmen in ihre Planungen ein. Die wer denkt was GmbH hat in den vergangenen Jahren bereits mehr als 20 Beteiligungsprojekte rund um das Thema Mobilität und Klimaschutz begleitet. Geschäftsführerin Theresa Lotichius stellt einige dieser Projekte exemplarisch vor und zeigt dabei die Bandbreite an Beteiligungsformaten. Sie geht darauf ein, zu welchen Zeitpunkten Beteiligungsmaßnahmen hilfreich bzw. gar dringend erforderlich sind, welche Formate sich wofür eignen und welche Stolpersteine auftreten können.
Gleichzeitig zeigt die Betrachtung auch, dass sich viele Beteiligungsformate im Bereich des Mobilitätswandels verorten lassen, während andere Felder des Klimaschutzes mit Blick auf Bürgerbeteiligung derzeit seltener bearbeitet werden. Theresa Lotichius geht daher ebenso auf die Herausforderungen ein, die sich allgemein bei der Bürgerbeteiligung zu Klimaschutzthemen stellen. Sie gibt Beispiele, wo Kommunen ansetzen können und wie sie vorgehen können.

DISKUSSIONSRUNDEN & BEST PRACTICE

Wir laden Sie herzlich ein, mit unseren Expertinnen und Experten verschiedene Aspekte der Bürgerbeteiligung im Themenfeld (nachhaltiger) Mobilität und Klimaschutz zu beleuchten. Dabei richten wir unseren Blick auf die Praxis und diskutieren über die folgenden Themenschwerpunkte.

Diskussionsrunde 1: Lebensqualität steigern durch #mobilwandel2035 – Vom Zukunftswettbewerb zur nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilität

Expertinnen: Miriam Brackelsberg & Kathrin Schmidt, Stadt Bad Honnef

Die Stadt Bad Honnef ist mit dem Projekt #ideenwerkstatt2035 eine von zehn Siegerkommunen beim Bundeswettbewerb #mobilwandel2035. Das Projekt setzt sich mit dem Pendlerverhalten von morgen auseinander und wird von Miriam Brackelsberg und Kathrin Schmidt koordiniert. Dabei wurde mithilfe von innovativen Beteiligungsformaten gemeinsam mit allen relevanten städtischen Akteuren eine Vision für die Mobilität und Arbeit in Bad Honnef für das Jahr 2035 erarbeitet. Folgende Fragestellungen sollen im Zentrum der Diskussionsrunde stehen:

  • Wie können möglichst viele unterschiedliche Zielgruppen eingebunden werden?
  • Wie werden unterrepräsentierte Gruppen angesprochen?
  • Welche Erfahrungen aus dem Prozess lassen sich auf andere Klimaschutzthemen und deren Bürgerbeteiligung übertragen?

Diskussionsrunde 2: Mobilitäts- & Verkehrsplanung auf gesamtstädtischer Ebene: von der Bestandsanalyse bis zum integrierten Gesamtkonzept

Experte: Dr.-Ing. Ralf Huber-Erler, R+T Verkehrsplanung GmbH

Die R+T Verkehrsplanung GmbH entwickelt seit vielen Jahren gemeinsam mit Kommunen integrierte Mobilitätskonzepte und -maßnahmen für einen funktionstüchtigen, sicheren, umweltschonenden und barrierefreien Verkehr.

In der Diskussionsrunde soll es schwerpunktmäßig um folgende Fragen gehen:

  • Zu welchem Zeitpunkt und in welcher Intensität ist Bürgerbeteiligung möglich und sinnvoll?
  • Wie beeinflussen Verfahren der Bürgerbeteiligung die planerische Ausarbeitung?
  • Wie viel zusätzliche Zeit ist notwendig?
  • Ab welchem Punkt kann Bürgerbeteiligung Planungen konterkarieren?

Diskussionsrunde 3: Wer die Wahl hat, hat die Qual: Geeignete Beteiligungsverfahren für Projekte im Bereich Mobilität und Klimaschutz

Experte: Antonio Arcudi, wer denkt was GmbH

Die wer denkt was GmbH begleitet Kommunen deutschlandweit seit elf Jahren bei der Durchführung von (digitalen) Beteiligungsverfahren. Beteiligungsprojekte im Bereich Mobilität und Klimaschutz spielen dabei eine große Rolle. Ihr Anteil hat in den vergangenen zwei Jahren sehr stark zugenommen.

Im Zentrum der Diskussionsrunde stehen daher folgende Fragestellungen:

  • Welche Vor- und Nachteile bringen die verschiedenen Beteiligungsverfahren mit sich?
  • Wie finden Kommunen das richtige Format und Verfahren für ihr Projekt?
  • Welche Best Practices haben sich bewährt?
  • Wo liegen Grenzen und Herausforderungen für die Bürgerbeteiligung beim Thema Mobilität und Klimaschutz?

Diskussionsrunde 4: N.N.
angefragt: Stadt Landau, Diskussion rund um die breit angelegte Öffentlichkeitsbeteiligung zum Projekt „Klimaschutz durch Radverkehr“

ExpertIn: N.N.

* Stand: Juni 2022, Änderungen vorbehalten